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Kneippanlage

Warum kneippen im Rüttihubelbad?

Wie man in unserem Namen schon lesen kann, hat das Wasser im Rüttihubelbad schon eine lange Tradition. Gegen Ende des 17 Jh. stellte Peter Schüpbach, damaliger Betreiber eines Bauernhofes auf dem Rüttihubel, fest, dass sich auf seinem Land eine Mineralquelle befindet. Mit diesem Fund war der Grundstein zum Baden auf dem Rüttihubelbad gelegt.

Der Bezug zum Wasser führte fortlaufend durch die Geschichte weiter und besteht bis zum heutigen Tag. Wir benutzen das gute Quellwasser heute hauptsächlich als Trinkwasser. (Die ganze Geschichte zum Rüttihubelbad finden Sie auf dieser Seite: www.ruettihubelbad.ch/de/stiftung/leitbild-und-wissenswertes/geschichte/)

Das Wasser ist aber nicht das einzige, was das Rüttihubelbad mit der Kneipp-Gesundheitslehre „verbindet".

Unser Standort als Kraftort passt mit den verschiedenen Gegebenheiten sehr gut zu den fünf Kneipp-Säulen: Die Lebensordnung als Ganzes mit der Anthroposophie, welche sich grundsätzlich mit einer gesunden Lebensweise beschäftigt und die Grundlage unseres Schaffens ist, die Bewegung mit unserer Sinnes-Ausstellung Sensorium oder dem Erlebnisweg im Sommer, die Ernährung mit unseren biologischen Lebensmitteln, welche wir in der Küche verwenden und wenn immer möglich aus unserer Gärtnerei mit biologisch-dynamischem Anbau beziehen, womit auch die Säule Heilkräuter abgedeckt ist, und neu auch die Hydrotherapie mit unserem „Naherholungsgebiet" in der Allee hinter der Gärtnerei. Womit wir bei der Kneippanlage angekommen sind.

 

Was ist Kneipp?

Sebastian Kneipp ist der Gründer der Kneipp-Gesundheitslehre. Nach einer schwierigen Kinder- und Jugendzeit erkrankt Sebastian Kneipp mit 24 Jahren an Lungentuberkulose. Während seiner Gymnasialzeit und auch des Theologiestudiums hat ihn seine Krankheit fest im Griff. An seinem 30. Geburtstag ist er todkrank und die Ärzte geben ihn auf. In der Hofbibliothek findet er das Büchlein von J.S. Hahn "Von der Kraft und Wirkung des frischen Wassers". Mit letzter Hoffnung nimmt er dreimal wöchentlich im winterlich kalten Fluss kurze Tauchbäder. "Müde ging ich hinaus, neu aufgefrischt und gestärkt ging ich heim und gewann die Überzeugung, wenn es für mich ein Heilmittel gibt, so wird es das Wasser sein", schrieb er auf. Daraufhin beginnt er sein Schaffen in verschiedenen Kreisen, bis 1890 der erste Kneippverein gegründet wird. Nach einem erfolgreichen Leben mit vielen geschriebenen Büchern, gehaltenen Vorträgen, Hochs und Tiefs verstirbt Sebastian Kneipp im Juni 1897 mit 76 Jahren!

Seine Kneipp-Gesundheitslehre lebt jedoch weiter und ist heute gefragter denn je.

Kneippanlage:

Als erster Schritt ging es darum, einen geeigneten Standort zu finden. Die Gedanken waren von Anfang an beim alten Feuerwehrweiher in der Allee, welcher sich als Kneippanlage bestens eignen würde. Da dieses Projekt jedoch sehr umfangreich ist und relativ viel Zeit in Anspruch nimmt, wollten wir in kürzerer Zeit unseren Gästen in Sachen Kneippen etwas anbieten können. Die Gedanken schweiften zum Bachlauf in der Allee, welcher marode war und sowieso neu gemacht werden musste. Dieser bot sich bestens an, zu einer Wasser-Tretanlage ausgebaut zu werden. Zudem befindet sich neben dem Bach der Picknick-Bereich, bei welchem sich im Sommer viele Schulklassen und Familien aufhalten, welche das Angebot sehr gut nützen können. Dazu wurde das Bachbett in einem Teilstück gestaut, mit Randsteinen neu gefasst und mit einem natürlichen Handlauf versehen. Oberhalb dieses Bereichs läuft der Bach im natürlichen Bachbett mit Schlamm und Steinen als „Suhlbereich", welcher auch durchlaufen werden kann.

In einer zweiten Etappe wurde der veraltete Feuerwehrweiher, der in den Anfangszeiten des Rüttihubelbad gebaut und schon lange nicht mehr genutzt wurde, zur Kneippanlage umgebaut. Man hätte den Weiher auch gar nicht mehr nutzen können, weil er gefüllt war mit Schlamm. Für die Umsetzung zur Kneippanlage musste zuerst einmal mit einem Bagger der Schlamm abgetragen werden (dieser war 2,5 Meter tief!). Da kein Bodenfundament vorhanden war, musste zuerst ein solches betoniert werden. Im hinteren Bereich, wo der Weiher an die Böschung angrenzt, ist mit Steinen aus dem Bachlauf eine naturgetreue, wasserdichte Verbauung entstanden, welche zu einem späteren Zeitpunkt noch mit Pflanzen ergänzt werden soll. Ein Teil des Beckens wurde links und rechts mit einem Handlauf versehen, damit man beim Durchlaufen Unterstützung hat. Der Hauptteil des Beckens ist jedoch frei, ohne Führung, damit hauptsächlich Kinder (unter Aufsicht der Eltern) den Bereich auch als Badelandschaft nutzen können (der Höchststand des Wassers beträgt maximal 45 cm). Zusätzlich wurde daneben aus einem Holzstamm ein Armbad eingerichtet.

Das Wasser für den Weiher kommt aus dem Bach, weshalb es auch keinerlei Energie braucht, um die Anlage zu betreiben. Es handelt sich nicht um Quellwasser, sondern um Sickerwasser aus den oberhalb gelegenen Hängen. Die Anlage wird im Sommer täglich von einer begleiteten Person aus der Baugruppe auf Verunreinigungen, Äste etc. kontrolliert und gewartet.

Im Anschluss an den Weiher-Umbau wurde noch der Bachlauf oberhalb des Weihers renaturiert und die Laube beim Weiher aufgefrischt.

Der Bau der Anlagen ist durch einen Sachverständigen des Kneippverbandes unterstützt worden. Durch diese Zusammenarbeit kam beim Kneippverband eine Faszination für das Rüttihubelbad auf, weil sie festgestellt haben, dass das Rüttihubelbad eigentlich alle fünf Säulen des Kneippens mit dem Kräutergarten, der Ernährung, der Erholung, dem Wasser und der Lebensphilosophie abdeckt. Es ist vorgesehen, diese Zusammenarbeit mit dem Kneippverband weiterzuführen und zu vertiefen.

Das Projekt Kneippanlage wurde ausschliesslich von unseren MitarbeiterInnen aus der Baugruppe umgesetzt und ist mit dem Ausbau des Weihers abgeschlossen. Ende Mai 2015 wurde die Anlage offiziell eröffnet. Das „Naherholungsgebiet" in der Allee ist öffentlich zugänglich.