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Steinstelen im Rüttihubelbad (Lithopunkturprojekt von 2005)

(Quelle: Flyer von Marko Pogacnik, Sempas / SI)

Rund um das Rüttihubelbad finden sich Steinstelen, welche im Jahre 2005 im Rahmen eines Lithopunkturprojektes von Marko und Marika Pogacnik gestaltet worden sind.

„Das Rüttihubelbad ist in seinem Wesen ein Ort der Heilung und Erneuerung. Diese Qualität des Ortes wird durch die besonderen Eigenschaften des Wassers offenbart, welches hier seine Quellen hat. Dazu gibt es noch unsichtbare Quellen von Lebenskraft von irdischen und von kosmischen Qualitäten, die sich der physischen Wahrnehmung entziehen.“ Marko Pogacnik

Um diese Quellen bewusst zu machen, wurde das Projekt durchgeführt. Seitdem stehen am Rüttihubel drei Steinstelen.

Lithopunktur ist eine der Akupunktur nachempfundenen Methode der Heilung und Ausbalancierung von Orten und Landschaften. Lithopunktur heisst  Aufstellung und genaue Ausrichtung von Steinsäulen an den Kraftbahnen oder Akupunkturpunkten eines Ortes.

Lithos (griechisch) = Stein; Punktura (lateinisch) = Einstich

In die Säulen werden Zeichen eingemeisselt, die man „Kosmogramme“ nennt. Das Kosmogramm wird für jeden bestimmten Platz individuell entwickelt. Das Kosmogramm soll die Verbindung zum Ort herstellen und diesen erläutern und Impulse zur „Heilung“ eines Ortes geben.

1. Kosmogramm der oberen Stele

(bei Kastanienbäumen neben der Restaurant-Terrasse)

„Thema des Kosmogrammes ist die „Übersetzung“ der Vertikale <Himmel-Erde> in die horizontalen Beziehungen, die durch eine spiralartige Bewegung dargestellt sind. Das Rüttihubelbad birgt in sich eine starke Beziehung sowohl zu der Erdtiefe wie zu der Himmelshöhe. Es ist wichtig, dass diese zwei Beziehungen (dargestellt durch zwei Spitzbögen) immer wieder in die Kreativität des täglichen Lebens übersetzt werden - also in die horizontalen Bewegungen.

Das Kosmogramm der oberen Stele ist grossräumig gesehen mit einem heiligen Berg im Hintergrund verbunden, der die Form einer Sphinx zeigt und Stockhorn heisst. Er steht für die Qualität der geistigen Welt.“ (Marko Pogacnik)

2. Kosmogramme der mittleren Stele

(auf der Wiese neben der Altersheimterrasse)

„Das Kosmagramm bezieht sich auf die grosse Kraftquelle, die das Rüttihubelbad zu einem Kraftort emporhebt. Es handelt sich um eine Quelle der Lebenskraft, die die hohen Berge der Alpenkette gesammelt haben. Auf dem Kosmogramm sind die Bergspitzen am unteren Rand als Dreiecke dargestellt. Von dort fliesst die Lebenskraft unterirdisch zur Mitte, wo sich die Quelle befindet (die Mitte des Rüttihubels). Von dort schiesst die Energie wie bei einem arthesischen Brunnen in die Höhe und wird in die Umgebung verteilt. Diese Ausbreitung wird auf dem Kosmogramm mit der Spirale oben dargestellt. Zwei weitere Kraftquellen dieser Art befinden sich an zwei gegenüberliegenden Hügeln an der anderen Seite des Talkessels. Sie wurden durch Ana Pogacnik-Meier während ihres Seminars im Rüttihubelbad im Jahre 2003 entdeckt.

Das Kosmogramm der mittleren Stele ist mit einem zweiten heiligen Berg verbunden, der diesem gegenüber steht, mit dem Schreckhorn, das Herzqualität verkörpert.

 

An der mittleren Stele ist noch ein zweites Kosmogramm angebracht, das die Bedeutung der Erdung für das Rüttihubelbad betont. Die dichte Bebauung des Hügels und die rege Tätigkeiten am Ort führen dazu, dass die Beziehung zu der ursprünglichen Kraft des Ortes verloren gehen kann. Das Kosmogramm erinnert einem daran, dass der Ort in jedem Moment in der Kraft des Wassers geerdet wird, das einem Teppich gleich unterhalb des Bodens nach unten, Richtung Talkessel, sickert.“ (Marko Pogacnik)

3. Kosmogramm der unteren Stele

(auf dem Weg zur Gärtnerei vor der Novalis-Allee)

„Dieses Kosmogramm ist den Naturkräften vom Rüttihubelbad gewidmet. Vor allem geht es um die heilende Qualität der Wasserquellen, mit denen der Ort reich beschenkt ist. In den Formen des Kosmogrammes kann man die charakteristischen Wasserrhythmen erkennen.

Eine zweite Quelle der Lebenskraft, die am Platz der Stele zu spüren ist, ist die Kraft der Kraftbahn (Ley-Linie), die den Rüttihubel streift. Sie verläuft in der Richtung, die durch die drei Stelen markiert ist.

Die dritte Quelle der Lebenskraft, die an den Platz anschliesst, ist die so genannte „Novalis-Allee“, die von da in Richtung Osten verläuft. Sie verbindet untereinander verschiedene Plätze der Naturkräfte und Elementarwesen, die sich in Richtung Osten entlang der Allee befinden.

Die untere Stele ist mit dem Lüseberg verbunden, an dessen Fuss das Rüttihubelbad liegt. Dieser Berg verkörpert die Qualität der Erdmutter.“ (Marko Pogacnik)

4. Findling

„Der vierte Lithopunkturstein ist ein Findling, der während der Bauarbeiten am Rüttihubelbad am Ort gefunden wurde. Es handelt sich um einen schwarzen Kalkstein, der während der Eiszeit durch Gletscher vom Hauptkamm der Alpen her transportiert wurde. Er steht vor dem Konzertsaal am obersten Punkt des Rüttihubelbades. Dort befindet sich der Fokus des Landschaftsengels vom Rüttihubelbad, verankert durch eine mächtige Linde und eine hohe Tanne.

Mit dem Begriff „Landschaftsengel“ im Rahmen der Geomantie werden die Hüter der Identität eines bestimmten Ortes oder einer Landschaft benannt.

Während der Ausführung des Lithopunkturprojektes wurde der Findling an seinem Platz aufgestellt und so ausgerichtet, dass er in Resonanz mit der Seele des Ortes steht.

Dadurch wird die ursprüngliche Identität dieses Ortes neu emporgehoben und geschützt.“ (Marko Pogacnik)

Marko Pogacnik, geboren 1944, Künstler, Geomant und Buchautor aus Slowenien.

Ursprünglich tätig in Konzeptkunst und Land-Art, entwickelte er in den 80er Jahren die Lithopunktur. Lithopunkturwerke wurden in verschiedenen Ländern Europas und in Brasilien, Ecuador und Kasachstan realisiert. Im Berner Seeland wurde 1994 - 2005 ein Projekt mit 28 Stelen realisiert. Dieses Projekt ist auf der Petersinsel, mitten im Bielersee, zentriert.